Das Forchet braucht unseren Schutz!

Das Forchet, gelegen im Tiroler Inntal, am Eingang vom Ötztal, ist ein ökologisch äußerst wertvoller Wald, der auf einem Bergsturzgebiet entstand. Durch seine schwierige Beschaffenheit wurde er in der Vergangenheit lange vor wirtschaftlicher Nutzung und Rodung geschützt, was ihn heute zum letzten Talwald dieser Größe, und in seiner Ursprünglichkeit zum letzten Stück Natur im gesamten Inntal macht. Unterschreiben Sie um das Forchet vor weiteren Abholzungen zu schützen!

Beitrag von Tirol TV am 05.03.2014:

An die Gemeinden Haiming, Roppen, Sautens und an das Land Tirol:

„Wir fordern die zuständigen EntscheidungsträgerInnen hiermit auf, alle möglichen Schritte zu unternehmen, damit das Naturjuwel Forchet erhalten bleibt. Der gesamte Forchetwald, gelegen in den beiden Bergsturzgebieten Haiminger- und Tschirgant-Bergsturz, stellt als ökologisch wertvoller und einzigartiger Lebensraum die letzte Insel der Naturbelassenheit im intensiv genutzten Inntal dar. Bedingt durch die bis heute geringe Humusschicht auf dem Bergsturzmaterial, und dem durchlässigen, kalkhaltigen Untergrund, hat sich das Forchet zu einem speziellen Lebensraum für Pflanzen und Tiere entwickelt. Es finden sich in diesem Schneeheide-Kiefernwald, welcher sich von Roppen über Sautens bis nach Haiming erstreckt, zahlreiche nach der Tiroler Naturschutzverordnung geschützte Arten. So leben hier beispielsweise mehrere gefährdete Waldvögel, wie etwa Ziegenmelker, Haselhuhn, aber auch Eulen und Greifvögel. 60% der in Nordtirol vorkommenden Ameisenarten sind im Forchet zu finden, sowie einige gefährdete Laufkäferarten. Besonders einzigartig ist das Vorkommen vieler unter strengem Schutz stehender Orchideenarten. Auch der Erholungswert für die Anrainerschaft ist in hohem Maße relevant. Das Forchet wird, wie auch an den vielen Trampelpfaden ersichtlich ist, von Jung und Alt für freizeitliche Betätigungen wie Sport, Spaziergänge, etc. genutzt. Bei einer weiteren Zurückdrängung des Waldes ist mit einer unmittelbaren Minderung der Lebensqualität zu rechnen.
Es gilt, das Naturjuwel Forchet für zukünftige Generationen in seiner Einzigartigkeit vollständig zu bewahren. Wir fordern:

  • Sofortigen Baustopp im Forchet: Keine weiteren Planungen oder Verwirklichungen von Bauprojekten auf Forchetwaldgebiet, sowie eine damit verbundene verbesserte Alternativenprüfung bei der Baulandumwidmung. Jegliche raumplanerische Konzepte müssen dahingehend gestaltet werden, den Schutz des Forchets mit geeigneten Maßnahmen bestmöglich zu unterstützen – so sollen etwa im neuen Örtlichen Raumordnungskonzept der Gemeinde Haiming die Bebauungsgrenzen zum Wald hin strenger gezogen werden, anstatt mehr Bauprojekten Platz zu machen.
  • Eine naturschutzfachliche Prüfung des gesamten Gebietes durch zuständige Stellen, und bei Feststellung der Gleichwertigkeit beider Waldteile
  • eine Erweiterung des 2009 ausgewiesenen Naturschutzgebiets Tschirgant-Bergsturz aufs gesamte Forchet.
  • Die Nachnominierung des gesamten Forchets zum Natura 2000 EU-Schutzgebiet,
  • sowie bis zu deren vollständiger Ausweisung keine Verschlechterung des ökologischen Zustands des Forchets, weder durch Bauprojekte, noch durch sonstige Beeinträchtigungen wie etwa Intensivierung der Bewirtschaftung, Geländeabtragungen oder jegliche erhebliche Lärmentwicklung.
  • Eine aktive Miteinbeziehung der Bürgerinnen und Bürger in politische Planungsprozesse und Entwicklungen, sowie mehr Information über diese.
  • Sensibilisierung und Verständnisförderung für die Werte der Natur und der Einzigartigkeit des Forchets bei den Anrainern und Gemeinden durch beispielsweise Förderung von Vorträgen, Geolehrpfad-Erneuerungen entlang der Waldwege, u.v.m."

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